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Gute Frage. Warum anfangen, eine Sprache zu lernen, in der selbst die (ersten vier) Zahlen noch durch vier Fälle und drei Geschlechter durchdekliniert werden? Eine Sprache, in der es zu jeder der zahlreichen Regeln noch mehrere Ausnahmen gibt und oft genug keine Regeln, sondern nur die Möglichkeit des stumpfen Auswendiglernens, zum Beispiel, ob man "i" oder "á" irgendeinen Ort fährt, also "in" ihn oder "auf" ihn? Und wo dies selbst dann unterschiedlich ist, wenn die Ortsnamen die gleiche Endung haben, z.B. "-
Aaaaaber: ein freundliches "góðan daginn" zur Begrüßung, ein "takk fyrir" wo es passt und schon wird man noch viel freundlicher und zuvorkommender behandelt. Was wirklich was heißt, denn die Isländer sind im allgemeinen schon sehr freundlich. Es macht aber wirklich einen Unterschied, sie freuen sich richtig, wenn man ein paar Worte in ihrer schwierigen Sprache sagt.
Also weiter üben :-
Ich hab mich ja übrigens in eine Liedzeile verliebt:
"Í jöklinum hljóða dauðadjúpar sprungur."
ungefähr, aber ich glaube, dass das Verb so nicht ganz treffend und kontextgerecht wiederzugeben ist:
"Im Gletscher schreien todestiefe Spalten."
Der Satz hört sich toll an. Gaaanz ungefähr:
"Ih jö(k)klinüm Hljouða döiðadjuhpar sprungür."
mitgerolltem "r" und das komische Zeichen ist ein weiches "th" wie im englischen "the".
Ja, ich finde sie toll, diese Sprache. Darum lerne ich auch noch ein bisschen mehr davon.
Witzig, als neueste Neuigkeit auf der Seite der Westfjord-
http://www.uw.is/frettir/Vikulangt_islenskunamskeid_ad_klarast/
Eigentlich war der Plan, dass wir nach Ende unseres Aufenthalts in Isafjörður bis Ende des Monats an verschiedenen Orten zelten. Aber es ist mal grade über null Grad und ein hartnäckiges Tief sorgt für recht häufigen Regen. So haben wir ein bisschen weicheiig entschieden, doch zunächst in Häusern zu übernachten. Letzte Nacht und heute nacht noch mal in Fossatún bei den Trollen und danach erst mal zwei Nächte in Ólafsvík auf der Halbinsel Snæfellsnes.Für die Fahrt zurück nach Fossatún sind wir diesmal über die Route im Süden der Westfjorde gefahren. Dort und im weiteren Verlauf sind wir über mehrere Hochebenen und Passtraßen gefahren und die Wolken hingen sehr tief. Nicht so gut geeignet für Fotos. Oben in den Bergen lag natürlich auch noch recht viel Schnee. Auch mit Geländewagen kann man dort eigentlich nur entlangfahren, wenn die Straße geräumt ist. Manche Abschnitte waren noch vor wenigen Tagen gesperrt. Oft genug sieht der Blick aus dem Auto so aus, mit Wänden bis zu sechs oder sieben Meter Höhe:
Das absolute Highlight gestern war der Dynjandi, ein aus guten Gründen sehr bekannter Wasserfall in den Westfjorden. Oben im Bild seht Ihr ihn, darunter reihen sich weitere Wasserfälle aneinander, der Fluss fällt in Stufen bis in den See im Tal. Sooooo wunderschön ... und sonst ist da eigentlich auch nichts, also keine Siedlung oder so. Die Geräuschkulisse der herabstürzenden Wassermassen ist auch beeindruckend, aber die können wir Euch hier nicht liefern.Volker hatte einen Sportanfall und ist bis ganz nach oben zum Dynjandi raufgestiegen. Ich hab mich knie-
Hier der sehr motivierte Volker:
Circa viertel vor acht, etwa neun Stunden nach dem Losfahren in Isarfjörður, waren wir dann in Fossatún und hatten dann auch nicht mehr viel Energie übrig.
Heute haben wir dann etwas sehr, sehr schönes gemacht, daran werden wir uns sicher lange erinnern. Etwa 25 km von Fossatún grob Richtung Südosten liegt ein schon seit etwa 1000 Jahren benutzer kleiner Hot Pot. Er heißt Krosslaug, in etwa "Kreuzbad". Um 1000 wurden dort im Zuge der Christianisierung Menschen getauft und man sagt dem Bad heilende Kräfte nach.
Wir haben heute im Krosslaug gebadet. Und es ist schon sehr beeindruckend und berührend, in einem heißen Bad zu sitzen, in dem vor 1000 Jahren schon die Wikinger gebadet haben. Das Wasser ist übrigens etwa 40 Grad heiß.
Wir sind dann noch ein bisschen umhergefahren, haben ein paar potentielle Zeltplatzunterkünfte für den Juli und August besichtigt und sind jetzt wieder in unserer Unterkunft -
Wir sind heute bei wechselhaftem Wetter zuerst nach Flateyri und dann nach Suðureyri gefahren. Durch einen Tunnel mit Verzweigung -Hier zwei Landschaftsbilder von unterwegs:
Dass es hier viele Vögel gibt, hatten wir ja schon geschrieben. Darunter sind auch viele Raben. Einen hat Volker heute mal im Flug aufgenommen:
Sie sind wohl nicht sonderlich beliebt hier, zumindest nicht bei denen, die auf Holzgestellen Fisch zu Trockenfisch werden lassen. Auf den Gestellen befestigen sie tote Raben, um die Artgenossen abzuschrecken.
Wir haben dann noch erfolgreich bei Suðureyri unser Angelglück versucht, hier das Abendessen, Klieschen.
Lecker waren sie, mit Shrimps und Bratkartoffeln.
Heute war dann mal wieder schönes Wetter, so oft hatten wir das bisher ja noch nicht auf Island. Also erst einmal den letzten Tag Isländischkurs absolviert, inklusive Abschiedsessen zum Mittag, und Einkaufsralley am Nachmittag. Wir wurden alle ein bisschen stigmatisiert, indem wir ein Schild um den Hals bekamen: Ég tala bara íslensku. (Ich spreche nur isländisch). Dann mussten wir los und kleine Aufgaben erledigen: herausfinden, was das Tagesgericht in einem Fischrestaurant ist und was es kostet, ob es in einem bestimmten Laden Fotoapparate, Armbanduhren, Handtaschen etc. gibt, bei der Post fragen, wieviel Porto ein Brief nach Deutschland kostet und mehr. Auf isländisch versteht sich. Die Leute in den Geschäften hier kennen das schon und machen das sehr freundlich und klaglos mit. Sie freuen sich hier sowieso sehr, wenn man auch nur ein Wort auf isländisch sagt.
Danach haben Volker und ich versucht, ein paar Fische zu fangen, leider vergeblich. Also musste die Nahrungsmittelbeschaffung für das Abendessen später konventionell erledigt werden: im Supermarkt.
Das schöne Wetter haben wir genutzt und sind ein Stück weiter an der Küste entlang nach Bolungarvík gefahren, bei Sonne sieht alles noch viel schöner aus. An den Felsen nisten massenweise Möwen, es sind sehr viele schwarz-
Und wo wir schon bis Bolungarvík gekommen waren, dachten wir uns, wir könnten auch noch weiterfahren an das Ende der Halbinsel. Also, dahin, wo das rote Kreuz auf der Karte ist. Ging aber nicht, es lag noch zuviel Schnee und so mussten wir wieder umkehren.
Und als wir gewendet hatten, dachten wir: das ist ein Foto wert, hier der Ausblick: